Meine Kindheit – eine kleine Weltreise

Nachdem wir alt genug waren, dass meine Mutter mit uns verreisen konnte, machten wir uns an einem Wochenende zum Gegenbesuch bei der Mutter meines Vaters auf.

Zwar lebte diese nur knappe 50 km entfernt, aber mit Bus und Bahn und zwei kleinen Kindern war es doch eine kleine Weltreise.

Außerdem musste meine Mutter die Fahrt ohne meinen Vater machen, der erst nach der Arbeit mit dem Moped nachkommen konnte.

Für mich war alles Neue immer ein Erlebnis gewesen und so konnte nichts lange genug dauern, um alles in mich aufzunehmen.

Zuerst fuhren wir mit einer Dampflok zum nächst größeren Bahnhof.

Ich hätte am liebsten auf beiden Seiten gleichzeitig den Blick auf die schöne Landschaft genossen.

In Darmstadt mussten wir uns dann beeilen, um den Anschlusszug zu erreichen, was jedoch nicht gelang.

Der Weg zwischen den Gleisen war einfach zu lang für uns Kinder, da wir bloß mit Mühe die steilen Treppen von den Bahngleisen hinaufkamen.

So wurde erst mal eine Pause gemacht, bis der nächste Anschlusszug kam.

Für mich ausreichend Zeit, in der ich, mit großen Augen, die vielen ankommenden und abfahrenden Züge bestaunte.

Weiter ging es mit einem Schnellzug und graue Industriegebäude lösten die schöne Landschaft ab.

Damit war es vorbei mit meinen Träumereien, die die vorbei ziehenden blühenden Wiesen in mir ausgelöst hatten.

Auch der Bahnhof, an dem wir ankamen, machte einen eher tristen Eindruck auf mich.

Es waren keine fröhlichen Urlaubsreisenden mehr zu sehen, sondern eher müde wirkende Menschen, die eilig an uns vorbei hasteten.

Das letzte Stück, bis zum Haus meiner Oma, in dem sie mit ihrem Mann lebte, ging es mit dem Bus und anschließend noch eine halbe Straßenlänge zu Fuß.

Wir Kinder waren todmüde und fielen auch gleich völlig erschöpft aufs Sofa.

Während unsere Mutter und die Oma in der Küche Kaffee tranken und darauf warteten, dass Omas Mann und mein Vater kamen.

Die restlichen Geschwister mit ihren Ehepartnern und Kindern wohnten alle in der selben Stadt und kamen erst am Sonntag zum Mittagessen.

2 Antworten zu “Meine Kindheit – eine kleine Weltreise

  1. Dampfloks waren doch was echt feines, nicht wahr? Mein Großvater väterlicherseits war Lokomotivführer, da war ich als Kind immer so stolz drauf!
    Komm gut durch die Hitze, es ist echt schlimm, hoffentlich kühlt es zum Wochenende wieder ab, liebe Grüße
    Monika und Mimi.

    Gefällt 1 Person

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