Meine Kindheit – mein erster selbst gebackener Kuchen

Bisher hatte ich meiner Mutter nur zugesehen oder kleinere Handreichungen machen dürfen beim Backen und Kochen.

Ein besonderes Highlight war es, beim Weihnachtsgebäck, die Butterplätzchen ausstechen und bestreichen zu dürfen.

Ansonsten kümmerte ich mich ums ausschlecken der Schüsseln, quasi als gründliche Vorreinigung, damit nichts verloren geht vom köstlichen Teig.

Aber eines Sonntagmorgens durfte ich dann meinen ersten eigenen Kuchen selbst alleine Backen.

Meine Mutter achtete lediglich darauf, dass ich die richtigen Mengen der Zutaten abmaß und keine vergaß.

Wir hatten einen großen Korb voll Äpfel und ich erinnerte mich, wie gut das letzte Mal der Apfelkuchen meiner Oma schmeckte.

Wobei ich keine Ahnung hatte, wie ich Butterstreusel machen könnte und fand, dass es schöner wäre, die Obststücke im Kuchen zu versenken.

Also entschloss ich den Rührteig des Napfkuchens mit Apfelstückchen zu verfeinern.

Mein Fehler dabei war, die Stücke nicht in die Teigmasse einzurühren.

Stattdessen machte ich eine Lage Teig, darauf die geschälten Apfelschnitzel, welche ich dann gut mit Teig bedeckte.

Den leicht zweifelnden Blick meiner Mutter ignorierend, bestand ich darauf, dass er nur so richtig werden kann und sie schob ihn mit einem Achselzucken in den Backofen.

Nach einiger Zeit roch es dann verführerisch und ich war sicher, einen köstlichen Apfelnapfkuchen zum Nachmittagskaffee präsentieren zu können.

Leider war er, durch die zu vielen Apfelstücken, leicht instabil und beim aus der Form heben bzw. stürzen bröckelten einige Teile ab.

Da wusste jedoch meine Mutter Rat und mithilfe eines Zitronenzuckergusses, klebte sie alle abgefallenen Stücke an ihren Platz.

Natürlich merkten spätestens beim Essen alle, dass er nicht ganz gelungen war, aber das wichtigste, er schmeckte jedem.

Zumindest blieb kein Krümel davon übrig.

Allerdings konnte ich mir die nächsten Jahre, wenn ich mal wieder einen Kuchen gebacken hatte, diese Geschichte anhören.

6 Antworten zu “Meine Kindheit – mein erster selbst gebackener Kuchen

  1. Das sind doch die schönsten Erinnerungen

    Gefällt 1 Person

    • Das stimmt und auf solche lassen sich dann auch später viele weitere Aufbauen … ein positiver Start ins Leben, ist meist ein guter Weg, für ein positiv ausgerichtetes Leben, nach meinen eigenen Erfahrungen.
      VG Dieter

      Gefällt mir

  2. Bei uns galt in solchen Fällen die Devise: In einem Stück kann man es eh nicht essen 😎

    Gefällt 1 Person

  3. Ein wahrer Text ! LG John

    Gefällt 1 Person

Über einen Kommentar freue ich mich (ACHTUNG: Wenn Ihr hier kommentiert, speichert WordPress Eure IP-Adresse und bei Angabe auch Eure E-Mail. Der Antispamdienst Akismet und Gravatar nutzt diese Daten zur Prüfung. )

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.