Meine Kindheit – Erneut beim Unfallchirurgen

Nachdem wir in die Stadt zogen, war ich öfters alleine in der kleinen Siedlung unterwegs.

Meine Mutter ermahnte mich zwar in der Nähe des Hauses zu bleiben.

Die mir inne wohnende Neugierde und vor allem die neuen Nachbarskinder ließen mich dies schnell vergessen.

Anders als auf dem kleinen Dorf hatte es jedoch deutlich mehr Gefahren und vor allem keine Verwandten in der Nähe.

Besonderes Interesse weckte die nahegelegene Baustelle, wo weitere neue Wohngebäude entstanden.

Während des Tages war dort immer viel Los und zu beobachten, wie diverse Handwerker dort arbeiteten.

Alle wurden wir regelmäßig ermahnt nicht dort zu Spiele und so standen wir vorm Bauzaun, das Treiben dort mit großem Interesse ins Auge zu fassen.

So viel Spielzeug lag da herum, nach unserer Auffassung, außerdem hohe Sandberge und wir sollten dies nicht nutzen dürfen, für uns unverständlich.

Leider war der geplante Spielplatz noch nicht fertig und so entschlossen wir eines Nachmittags, sobald keiner mehr am Arbeiten war, zumindest das Ganze in näheren Augenschein zu nehmen.

Die anfängliche Vorsicht verschwand rasch und so tobten wir, wie auf einem Abenteuerspielplatz, ungestüm durch die Gegend.

Was wir genau spielten, erinnere ich mich nicht mehr.

Plötzlich hatte einer ein Montiereisen, auch als Maurerklammer bekannt, in der Hand und fuchtelte wild damit in der Luft herum.

Die anderen liefen schreiend aus seinem Weg. Lediglich ich blieb stehen und wollte das gefährliche Ding ihm aus der Hand nehmen.

Überrascht das ich stehen blieb konnte er den Schwung nicht mehr richtig abbremsen und so hatte ich plötzlich ein kleines Loch im Kopf.

Erschrocken ließ er das Teil fallen und alle verzogen sich rasch nach Hause.

Ich wischte mir etwas das Blut, welches mir über die Wangen lief ab und machte mich ebenfalls auf den Heimweg.

Dort angekommen, besah sich meine Mutter wortlos das Malheur und packte als erste Hilfe einen mit Jod getränkten Verbandsstoff auf die Wunde.

Danach sollte ich ihr erzählen, wie es dazu gekommen ist und wie ich mich im Moment fühle.

Ob mir schwindelig sei, ich einen metallenen Geschmack im Mund habe oder mir übel wäre.

Zum Glück kam kurze Zeit später mein Vater von der Arbeit.

Als er erfuhr, was passiert war, schnappte er mich sofort und ab ging die Fahrt auf dem Motorrad zum Notfallchirurgen.

Es war nicht mein erster Besuch dort und sollte nicht der letzte sein.

Der Arzt empfing mich grinsend mit den Worten „Na, was haben wir heute denn wieder angestellt“.

Wurde aber schnell ernst, als er meinen bandagierten Kopf sah und die Geschichte erfuhr, was der Grund war.

Nach einer gründlichen Untersuchung konnte er Entwarnung geben.

Lediglich eine kleine Platzwunde, die noch nicht einmal genäht werden musste, in Verbindung mit einer leichten Gehirnerschütterung, hatte es mir eingebracht.

Die Wunde wurde gründlich gereinigt, eine Tetanusspritze brauchte ich nicht, die letzte hatte ich erst vor kurzem, wegen meines Fingers, bekommen.

Und mit einem frischen Kopfverband und dem Hinweis, sollte ich mich später doch noch übergeben, sollten sie mit mir unverzüglich ins Krankenhaus fahren, wurden wir nach Hause geschickt.

Meine Eltern fragten nicht, wer dies getan hatte, denn sie kannten mich und wussten, dass ich niemals einen Spielkameraden verraten würde.

8 Antworten zu “Meine Kindheit – Erneut beim Unfallchirurgen

  1. Hallo Dieter,
    das erinnert mich an das Nachbarskind, das in unserem Urlaub plötzlich blutverschmiert vor unserer Haustür stand. Zum Glück waren seine Eltern zurück von der Arbeit als der RTW ihn mitnahm.
    Liebe Grüße Monika

    Gefällt 1 Person

  2. Neubaustellen. Herrliche Abenteuerspielplätze. Und so viel zu erkunden… 😉
    Und im Sommer natürlich die (verbotenen) Baggerseen. Allerdings nur so lange, bis in den Nachbarsgärten das erste Obst zu reifen begann. 😆

    Liebe Grüße,
    Werner 🙂

    Gefällt 2 Personen

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