Meine Kindheit – die erste Fahrradreparatur

Da ich sehr wissbegierig war, sah ich, wann immer es möglich war, entweder meiner Mutter oder meinem Vater bei ihren Arbeiten zu.

Um, wenn möglich, etwas „mithelfen“ zu können, wobei ich mir heute nicht sicher bin, wie groß meine wirkliche Hilfe war oder eher eine Behinderung darstellte.

Und so konnte ich bereits mit 4 Jahren bei einem Fahrrad die Kette alleine wechseln.

Was mich allerdings fast einen Teil meines rechten Zeigefingers gekostet hätte.

Denn als bei einem Kind, aus unserer Straße, andauernd die Kette vom Zahnrad seines Fahrrads fiel und es laut weinend nach Hause wollte, bot ich mich natürlich an, behilflich zu sein.

Was im Prinzip eine einfache Sache war, wenn alle Beteiligten mitdachten.

Ich drehte das Fahrrad um, sodass die Räder in die Luft ragten.

Anschließend legte ich die Kette übers Zahnrad, und bat den Jungen dann, langsam am Pedal zu drehen, bis die Kette wieder gleichmäßig rundläuft.

Nur das der Junge da wohl etwas falsch verstanden haben musste oder ich ihm nicht deutlich genug sagte, wann er loslegen solle.

Denn er drehte das Pedal schon, bevor ich „Los“ sagte.

Nichtsahnend, dass sich mein Finger noch zwischen der Kette und dem Zahnrad befand.

Meine Fingerkuppe war dann zwar zu 2/3 ab, aber die Kette hielt, da ich sie vorher, auch ein wenig gespannt hatte.

Den Finger fest in ein sauberes Taschentuch eingehüllt, machte ich mich auf den Nachhauseweg.

Dort wurde die Wunde erst einmal von meiner Mutter gesäubert und mit einem Druckverband ruhiggestellt.

Mein Vater kam kurze Zeit später nach Hause, packte mich sofort auf sein Motorrad, und ab ging es in die Praxis eines Unfallchirurgen, den er aus eigener Erfahrung kannte.

Während die Wunde unter örtlicher Betäubung genäht wurde, schilderte ich der Arzthelferin, in aller Ausführlichkeit, wie es dazu kam.

Von der ganzen Näherei bekam ich nichts mit, lediglich die schwere Hand meines Vaters spürte ich auf meiner Schulter.

Da ich alles, ohne Jammern, einfach hingenommen hatte, bekam ich noch von meinem Vater ein großes Eis spendiert, bevor es zurück nach Hause ging.

4 Antworten zu “Meine Kindheit – die erste Fahrradreparatur

  1. tolle story – und wenn man anschließend ein eis bekommt, kann man schon mal eine solche prozedur ertragen…

    Gefällt 3 Personen

  2. Hallo Dieter,
    da waren deine Eltern wohl stolz auf dich? Ein kleiner Junge der so was schon schafft!
    Ich wünsche dir einen schönen Abend.
    Liebe Grüße
    Monika

    Gefällt 2 Personen

  3. Die ersten Erfahrungen mit der Technik sind immer schön. Oh, wie habe ich mein Fahrrad geliebt! Und die liebe zum Radfahren, geht bis heute!

    Gefällt 1 Person

Über einen Kommentar freue ich mich (ACHTUNG: Wenn Ihr hier kommentiert, speichert WordPress Eure IP-Adresse und bei Angabe auch Eure E-Mail. Der Antispamdienst Akismet und Gravatar nutzt diese Daten zur Prüfung. )

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.