Meine Kindheit – erste Hundeerfahrungen

Nachdem ich regelmäßig, mit Erlaubnis des Chefs, bei meiner Mutter in der Firma war, zeigte sie mir in der Mittagspause immer mal wieder neue Orte dort.

Sie kannte schließlich meine Neugierde und wollte nicht, dass ich vielleicht in Bereiche komme, die für mich gefährlich wären.

Eines Tages erblickte einen Hund, der an einer langen Kette im Hof angebunden war.

Die Ermahnung, nicht in seine Nähe zu gehen, da er als Wachhund sein Revier verteidigen würde, war unnötig.

Mochte ich es ja selbst nicht, wenn mir jemand ungefragt auf die Pelle rückte und mancher Besucher bekam dies zu spüren.

Auch ohne Zähne konnte ich kräftig zubeißen, wie mir später erzählt wurde.

Wenn ich nicht lächelte, war es das Beste mir nicht zu nahezukommen und mich in Ruhe zu lassen.

Beim ersten Ausflug alleine in den Hof näherte ich mich langsam dem Hund, aber nur soweit, bis ich ein leises Knurren von ihm vernahm.

Ich war noch weit genug außerhalb des Leinenkreises und so setzte ich mich einfach ruhig halb abgewandt, ihn aus meinen Augenwinkeln beobachtend, auf den Boden.

Das Knurren hörte bereits nach kurzer Zeit auf und ich konnte sehen, wie er mich neugierig beäugte.

Vor mir lagen ein paar Kieselsteine, mit denen ich Figuren bildete und wartete, was weiter passieren würde.

So langsam kam er näher und versuchte offensichtlich zu sehen, was ich da so mache.

Erst als seine Kette ihn nicht weitergehen ließ, legte er sich auf den Boden und machte eine Bewegung mit seiner Pfote, als wenn er sagen wollte „Zeig mal, was du da hast“.

Vorsichtig drehte ich mich zur Seite, um ihm freien Blick auf das vor mir auf dem Boden liegende zu gewähren.

Ich hatte einen Hund und einen Jungen gemacht, die dicht beieinanderstanden.

Er schaute es sich ganz genau an und mir erschien, als würde er mich anschließend freundlich anlächeln, wobei er lustige abwechselnd seine Augenbrauen wackeln ließ.

In den nächsten Tagen wiederholte sich das Ganze und so langsam rückte ich Stück für Stück näher heran, bis er an meiner ausgestreckten Hand schnuppern konnte.

Inzwischen sah es danach aus, als hätten wir uns angefreundet, denn er erwartet mich bereits schwanzwedelnd, als wüste er genau, wann ich komme.

Viel Zeit verbrachten wir nun zusammen und beobachteten, was auf dem Hof so alles passiert.

Er genoss richtig meine Streicheleinheiten, die ich ihm ganz vorsichtig zukommen ließ, wobei manchmal ein wohliges Brummen zu hören war.

Gelegentlich brachte ich ihm auch ein paar kleine Happen von meinem Frühstück mit.

Natürlich erzählte ich meiner Mutter davon, wobei sie es bereits von anderen gehört hatte und selbst sah, als sie mal nach mir schaute.

Sie meinte lediglich, ich solle vorsichtig sein, denn wenn er sich durch irgend etwas erschrecke, könne er auch mal rasch zuschnappen.

Aber ich hatte keine Angst, dass so etwas passieren würde, eher würde er sich schützend vor mich stellen.

8 Antworten zu “Meine Kindheit – erste Hundeerfahrungen

  1. Wirklich eine schöne Geschichte 👍

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  2. Das ist eine wirklich schöne und liebenswerte Geschichte! 🙂

    Liebe Grüße, Werner 🙂

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  3. Das ist eine liebe Geschichte, Dieter, da hast du als Kind schon viel Geduld bewiesen im Umgang mit dem Hund, und hast dir einen guten Freund damit gemacht, der sich bestimmt schützend vor dich gestellt hätte, wenn es nötig gewesen wäre.
    Wir wünschen dir einen guten Start in die neue Woche, liebe Grüße
    Monika und Mimi.

    Gefällt 1 Person

  4. Du hast Glück, auf so viele Erinnerungen im Zusammenhang mit Deiner Mummy zurück greifen zu können.
    Das hilft sicher enorm bei der Trauerbewältigung.
    ❤ ❤ ❤

    Gefällt 1 Person

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