Headcrash am Wochenende

An einem Samstag, in den frühen 80er Jahren, hatte ich mich trotz starker Kopfschmerzen ins Büro gequält, um ein paar Unterlagen abzuholen, die dringend für den nächsten Montag durchgearbeitet werden mussten.

Bereits fast wieder aus dem Büro, hörte ich das Klingeln des Telefons im Technikerraum, was mich im Prinzip nichts anging.

Dennoch nahm ich das Gespräch entgegen, und wurde mit einem Hilferuf wegen einer abgestürzten Festplatte konfrontiert.

Zuerst wollte ich lediglich eine Notiz für den Werkstattleiter hinterlassen, der sich wohl dann am Montag darum gekümmert hätte.

Doch ich fühlte die Not des Anrufers in meinem Herzen, und so packte ich meine Notfalldisketten ein, und fuhrt etwa 1.5 Stunden über Landstraßen um in den Odenwald zum Kunden zu gelangen.

Dort traf ich eine lustige Gesellschaft an, die ein Gartenfest feierten. Nur die Frau des Firmeninhabers saß betrübt in einem Gartenstuhl.

Sie hatte an ihrem ersten großen Auftrag für ihr Schreibbüro im Garten gearbeitet, und dann musste ein Gast an die laufende Festplatte ihres Computers gestoßen sein, welches zu einem Headcrash führte.

Meine Kopfschmerzen waren schlimmer geworden und ich konnte die Zeichen auf dem Bildschirm zum Teil nur noch verschwommen wahrnehmen, doch mit viel Mühe bekam ich das ganze wieder zum Laufen.

Dankend lehnte ich die Einladung mitzufeiern ab, was auch akzeptiert wurde, so elend musste ich inzwischen ausgesehen haben.

Ich schaffte es gerade noch, um die Ecke zu kommen, um mich erst einmal von allem, was ich im Magen hatte, zu erleichtern.

Keine Ahnung, wie ich nach Hause kam, denn die Kopfschmerzen hatten sich zu einer ausgewachsenen Migräne gemausert, aber irgendwann lag ich im Bett, welches ich bis aufs nötigste erst wieder am Montag verließ.

Der Kunde hat für diese Dienstleistung nie eine Rechnung bekommen und für mich war es ein Geben, das die Kabbalah als „Glauben über dem Verstand“ bezeichnet, das mir aber erst heute bewusst ist.

„Glauben über dem Verstand“ bedeutet in der Kabbalah, wenn wir etwas Gutes tun oder auch nur denken zu tun, was mit unserem rein rechnerischen/analytischen Verstand nicht in Einklang zu bringen ist.

Als ich wegen des Todes meines Vaters von den USA wieder nach Deutschland zurück musste, genügte ein kurzer Anruf von mir bei diesem Kunden, der sich unter anderem mit Logistikarbeiten beschäftigte.

Inzwischen war aus einem kleinen 2-Personen-Büro eine große Firma geworden.

Dennoch organisierte der Geschäftsführer aus Deutschland eine Spedition, die meine Sachen abholte, um sie einem Container beizupacken und die nötigen Zollformalitäten für mich erledigten.

Außerdem holte er mich vom Flughafen ab und stellte mir für die nächsten Wochen das Auto seiner Frau kostenlos zur Verfügung.

Für mich ein Zeichen, das ein „Geben über dem Verstand“, das aus dem eigenen spirituellen Punkt im Herzen geleitet wird, auch den des anderen anspricht. Quasi eine Verbindung herstellt außerhalb der normalen materiellen Welt.

2 Antworten zu “Headcrash am Wochenende

  1. Zufrieden mit sich und der Welt

    Hallo Dieter! Eine interessante Geschichte, danke fürs Posten! Liebe Grüße, Bernhard

    Gefällt 1 Person

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