Meine Marinezeit – ÜAG 76 – Portland (England)

Vom milden Atlantikwetter ging es nach den schönen Tagen in Vigo zurück durch den Ärmelkanal ins Übungsgebiet vor Portland, wo uns dem nahenden Winter angepasst ein nasskaltes Wetter empfing.

Dort erwartete uns ein straffes und hartes Abschlussprogramm, indem der Verband zeigen sollte, wie gut die Zusammenarbeit mit der Royal Navy klappt.

Die gemeinsamen Übungen wie Mann über Bord, Abholung per Helikopter, Transfer zwischen den Schiffen und Formationsfahrten liefen ohne Probleme ab.

Erst bei den Jagd- und Schießübungen zeigte sich ein starkes Konkurrenzdenken von Seiten der englischen Schiffe, die den Vorteil der heimischen Gewässer ausnutzen wollten.

Aber da hatten sie nicht mit den alten Fletcher-Zerstörern gerechnet und vor allem nicht mit den hoch motivierten Mannschaften.

Sowohl beim Schießen mit Kanonen auf bewegliche und unbewegliche Ziele, der Flugzeugabwehr, und der U-Bootjagd hatten wir deutlich bessere Ergebnisse.

Lediglich auf die weitere Distanz waren sie uns durch ihre modernen Raketen im Vorteil.

In bester Stimmung dichtete einer meiner Kameraden dann zu der Melodie „Wenn vor Capri die rote Sonne im Meer versinkt“ einen anderen Text.

Wenn vor Portland die Royal Navy im Meer versinkt und der Fletcher-Zerstörer leise zum Abschied winkt…“.

Dies wurde allerdings von den an Bord befindlichen englischen Offizieren nicht so gut aufgenommen.

Daraufhin bekamen wir vom Hafenkommandanten ein Einlaufverbot und mussten vorm Hafen im offenen Gewässer ankern.

Außer der offiziellen Lagebesprechung verzichteten alle Offiziere ebenfalls auf Landgang.

Ganz nach dem Motto unseres Kapitäns „Ein Schiff, eine Mannschaft – vom Matrosen bis zum Offizier stehen alle zusammen“.

Jeder wusste zwar insgeheim, wer der Verfasser dieses Liedes war, aber keiner wäre auf die Idee gekommen, auf diesen irgendwie ärgerlich zu sein.

Damit uns die Zeit auf Reede nicht zu lange wurde, veranstalteten wir ein Bordfest mit einigen sportlichen Einlagen, z.B. Tauziehen, Fenderlauf, Marathon, Ruderrennen ums Schiff und anderes mehr.

Am Abend wurde das Schiff, wie sonst nur im Hafen üblich, über alle Toppen geflaggt, und mit Lichtern versehen, sodass es vom Land aus wie ein großer Weihnachtsbaum ausgesehen haben musste.

Da ich die in Vigo getauschten Wachen einzulösen hatte, verging die Zeit für mich wie im Flug, und ich vermisste den einen Tag Landgang, den ich gehabt hätte, kaum.

Bevor wir nach Hause in die Ostsee durften, mussten wir einen kleinen Zwischenstopp in Wilhelmshaven (Nordsee) einlegen.

Bei der Abschlussbesprechung holte sich unser Kapitän einen kleinen Rüffel ab, weil er sich weiterhin weigerte, gegen den Erfinder des neuen Liedtextes disziplinarische Maßnahmen zu ergreifen.

Fortsetzung folgt….

zum vorhergehenden Teil:
https://dieka56welt.wordpress.com/2018/03/11/meine-marinezeit-ueag-76-vigo-teil-2/

2 Antworten zu “Meine Marinezeit – ÜAG 76 – Portland (England)

  1. Komisch – es gibt nirgends mehr die Likes !

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    • Mir ist es auch schon aufgefallen, dass kurzfristig die kleinen Bildchen bei den Liks nicht angezeigt wurden.
      Ob es an wordpress oder meinem Laptop lag bin ich bisher nicht dahintergekommen.
      Denn meist waren sie beim nächsten Mal plötzlich wieder da.
      ❤ ❤ ❤

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