Wuschel erzählt – Teil 6 (Nachts alleine im Park)

zu den vorhergehenden Teilen „Wuschel erzählt“:

 

https://dieka56welt.wordpress.com/2015/08/09/zusammenfassung-index-erzaehlungen-wuschel-19712468/

 

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(übertragen aus dem alten Blog meiner geliebten Michelle)

 

Die nächsten Tage liefen dann so ab, dass ich am Abend nicht mehr alleine im Dunkeln mein Nachtgeschäft verrichten musste, weil die Frau, bei der ich wohnte, beim Haustor stand und ich mich sicher fühlte.

 

Doch schon nach ein paar Tagen, als ich mich kurz umsah nach ihr, merkte ich dass sie nicht stehen geblieben sondern gleich wieder in die Wohnung gegangen ist.

 

Einen Moment wurde mir wieder bange so ganz alleine, doch dann dachte ich mir: „ach was soll‘s, ich bin doch kein Baby mehr. Und Dieter würde sicher mehr als stolz auf mich sein, wenn er erfährt, dass ich mich ganz alleine getraut hatte einen gemütlichen Abendspaziergang zu machen.“

 

Und da fiel mir der Park ein, den es hier ganz in der Nähe gab. Erst ein einziges Mal war Dieter mit mir da hinein gegangen. Und wenn ich ehrlich bin, dann war es mir dort nicht allzu geheuer gewesen. Was Dieter natürlich auch sofort gemerkt hatte und deshalb gleich wieder mit mir hinausgegangen ist.

 

Doch hatte ich mich etwas geschämt in den Augen meines großen Freundes als feige dazustehen. Und so beschloss ich ad hoc allen zu zeigen, dass ich alles andere als ein feiger Hund war.

 

Dort angekommen gruselte es mich schon ein bisschen, denn es war stockfinster. Aber meine Augen hatten sich sehr rasch an die Dunkelheit gewöhnt und so ging ich vorsichtig weiter und weiter, und sah mir alles ganz genau an.

 

Und plötzlich hatte ich kein bisschen Angst mehr, denn da war ja auch nichts, wovor ich mich hätte fürchten müssen. So zog ich dann meine Runden und konnte mich ganz diesen vielen wunderbaren Düften hingeben.

 

Als ich gerade wieder so einen betörenden Duft in mich aufsog sah ich von weitem, dass hier noch jemand spazieren ging. Natürlich behielt ich den sofort im Auge, eh klar. Und je näher er kam umso besser konnte ich erkennen, dass es ein Mann und mindestens so groß wie mein Dieter war. Und dann blieb mir fast das Herz stehen.

Das war mein Dieter, der da geradewegs auf mich zukam. maus-0051.gif von 123gif.de

 

Also ich sag Euch meine Freunde, einen solchen Blitzstart müsstet ihr mal gesehen haben, den ich da hingelegt hatte. Ich sauste ihm wie ein geölter Blitz entgegen und konnte mich vor Freude einfach nicht einkriegen. Auch der Tanz den ich um ihn herum aufführte, konnte sich sehen lassen. Jeder indianische Krieger wäre blass geworden vor Neid auf mein Können.

 

Ich hatte mich einfach nie unter Kontrolle, wenn es um meinen Dieter ging. Der war halt die ganze Welt für mich.

 

Als ich mich dann endlich beruhigt hatte, erwartete ich natürlich eine Lobeshymne zu hören. Doch das was ich zu hören bekam, klang irgendwie anders. Irgendwie sehr anders.

 

Es war zwar in keinster Weise mit dem ätzenden Geschrei zu vergleichen, das ich mir leider viel zu oft von der Frau anhören musste, bei der ich wohnte. Jedoch eine Lobeshymne hätte sich ganz zweifellos anders angehört.

 

Also trottete ich dann in etwas gedämpfter Stimmung neben Dieter her in Richtung nach Hause. Hin und wieder versuchte ich einen Blick in sein Gesicht zu erhaschen, und es schien mir, als dass er echte Probleme hatte so ernst zu schauen, wie er mir weiß machen wollte.

 

Doch ich wollte mich da nicht in Spekulationen ergehen, die ja heute schon einmal in die Hose gingen, und so versuchte ich auch mein Grinsen zu verstecken. Denn ich fand die ganze Situation cool; einfach nur cool, hihi.

 

Wie befürchtet stand diese Frau jetzt sehr wohl an der Türe. Doch wusste ich ja, dass sie sich nicht traute eine große Klappe zu haben, wenn Dieter da war. Als ich sofort auf meinen Schlafplatz geschickt wurde, ahnte ich nichts gutes, was aber ein großer Irrtum war. Denn nach ein paar ärgerlichen Worten zu dieser Frau hörte ich ihn sagen, dass er ab sofort nicht nur den Abendspaziergang sondern jetzt auch noch den Nachtspaziergang mit mir machen wird.

 

Ich musste mich sowas von beherrschen um nicht vor Freude an die Decke zu springen, sage ich Euch. Und dann kam Dieter auch noch um mir einen dicken Gutenachtknuddel und dazu ein Leckerle zu geben, was natürlich meinem Glück auch noch die Krone aufgesetzt hat.

 

In der Nacht träumte ich dann davon, dass ich eines Tages überhaupt nicht mehr bei der Frau wohnen muss, sondern ganz bei meinem Dieter leben darf. Was mir allerdings so unwahrscheinlich vorkam, dass ich mich damit begnügte davon zu träumen, wie schön es wäre, wenn Dieter auch noch den Morgenspaziergang mit mir machen und ich vielleicht sogar über Nacht bei ihm bleiben dürfte.

 

Fortsetzung folgt

 

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