Experten, Spezialisten, Fachidioten – Einleitung

In letzter Zeit stoße ich immer öfters auf diese Begriffe wie „Experte“, „Spezialist“ oder ähnliches wobei damit meist nicht wirklich Personen mit einem großen Fachwissen und praktischer Erfahrung gemeint sind.

 

Überall wo man hinkommt wird man an den Experten oder Spezialisten oder Fachmann verwiesen so als ob es zuviel verlangt wäre z.B. von einem Verkäufer in einem Elektrofachmarkt einfach nur bedient zu werden.

 

Wie war es doch zu meiner Lehrzeit noch schön dass man als Lehrling im kaufmännischen Bereich alle kaufmännischen Abteilungen in den drei Jahren der Berufsausbildung durchlaufen musste.

 

Von der Buchhaltung, über die Personalabteilung, die Statistikabteilung, den Verkauf, das Warenlager, die Versandabteilung, das Betriebsbüro, den Einkauf, die Exportabteilung.

 

Zu dieser Zeit gab es auch noch den Automechaniker und nicht den Kfz-Mechatroniker, den Karosserieinstandhaltungstechniker, den  Kfz-Diagnostiker, den Kfz-Elektriker, etc.

 

Dabei fällt mir immer der Spruch ein der bei unserem Spritzgussmeister im Büro an der Wand hing:

 

„Gestern wusste ich noch nicht, wie man Inschenör schreibt, heute bin ich Einen!“

 

Aber woran mag es liegen das ehemals seriöse Begriffe soweit heruntergekommen sind das sie eher das Gegenteil von dem ausdrücken als das sie bedeuten.

 

Zwar waren bereits in meiner Kindheit beide Auslegungen möglich, es kam dabei immer auf den Zusammenhang an. Wenn z.B. mein Vater zu meiner Mutter meint „Wo treibt sich den der Spezialist wieder rum“ meinte er „was ich wohl wieder für einen Unsinn aushecke und wo ich mich zur Zeit aufhalte“ also wurde der Begriff mehr im scherzhaften Kontext benutzt.

 

Bei den nachfolgenden Beiträgen werde ich versuchen diesem Trend auf den Grund zu gehen und (zumindest für mich) eine plausible Erklärung zu finden.

 

 

8 Antworten zu “Experten, Spezialisten, Fachidioten – Einleitung

  1. Der Grat zwischen Spezialisten und Fachidioten ist meistens nur schmal.

    Vorbeugend hilft es, auch mal über den Tellerrand des eigenen Fachgebiets hinauszuschauen, und sich auch für andere Themen zu interessieren (oder beispielsweise ein Blog zu führen).

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  2. Da bin ich aber schon neugierig, was Du für eine Erklärung findest.
    Mir scheint es ein „psychologischer Trick“ zu sein, speziell „Arbeiterberufe“ damit einen Level höher zu stellen.
    Denn heutzutage sind es ja die Namen und Begriffe, die beeindrucken, und nicht mehr die Leistung.
    Jedenfalls scheint das mir so zu sein.
    Berufe, denen ein Studium vorausgeht, die also für sich selbst sprechen, behielten doch alle ihre Namen? Oder nicht?

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    • Ich befürchte das es nicht speziell etwas mit „Arbeiterberufe“ zu tun hat sondern ein allgemeines Phänomen der Zeit…

      So gibt es zwar noch den allgemeinen Hausarzt aber eben auch schon den internistischen Hausarzt und beide schicken einen schon bei der kleinsten Kleinigkeit zum Spezialisten… sogar Zahnärzte haben sich auf einzelne Fachgebiete spezialisiert und „verkaufen“ einem oft Leistungen die nicht notwendig sind….

      Die Namen sind nur ein Aspekt des ganzen den ob jetzt jemand Hausmeister oder Facility Manager genannt wird die Arbeit ist die gleiche…

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  3. Ich denke, dass es meistens bei der Ausbildung schon anfängt. Es wird nicht mehr genug in die Azubis investiert. Meistens ist nicht mal ein Ausbilder vor Ort, sondern sitzt irgendwo in der Verwaltung.
    Ein weiteres Übel ist auch die allgemeine Einstellung der Arbeitgeber. Sie stellen lieber billige Kräfte ein, als Fachkräfte. Denn wenn diese versagen, stellen sie halt einen von den anderen 100 ein, die suchen 😦

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    • Auf der einen Seite ja… aber auch die Azubis sind nicht mehr das was sie früher waren… wenn ich von meiner Lehrfirma spreche ist das noch immer meine Firma… auch wenn ich als Lehrling noch den Hof fegen musste 🙂

      So etwas nennt man Firmenzugehörigkeitsgefühl… da macht man nicht nur einen Job sondern fühlt sich als Teil einer Gemeinschaft…. wer braucht da noch Titel oder Berufsbezeichnung….

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